Sie mußte lächeln über dieses drollige Wort. „Versprich net z’viel! Ich bin schon zfrieden mit der Halbscheid.“

Ein kurzes Auflachen neben der qualmenden Pfanne. „Schwester! Allweil sagen d’ Leut, daß d’ Welt a runde Kugel is.“

Sie drehte verwundert das Gesicht. „Dös wird schon wahr sein.“

„Na, Schwester!“ Galliger Zorn war in der Stimme des Alten. „D’ Welt is a schiecher, ecketer Kasten. Aber für deine Augen wird ’s Eckete allweil kugelrund.“

Unwillig schalt sie zum Bruder hinüber: „Geh, fang net schon wieder an! Wie soll denn a Fried sein!“ Sie schien nach einem Wort zu suchen und fand es nicht, ging seufzend auf das Herdfeuer zu und warf mit dem eisernen Löffel die dampfende Speise in der Pfanne durcheinander. Lächelnd und mit kleingemachten Augen sah Blasi dem Mädel zu. Und Lenzl im Herdwinkel hielt die Knie mit den Armen umklammert, guckte in die züngelnden Flammen und pfiff mit leisem Gezwitscher einen Ländler vor sich hin. Die Nagelschuhe, die zum Trocknen an der Herdmauer standen, begannen in der Hitze fein zu rauchen. Da sagte Modei: „Ich hätt kein Wörtl net gredt. ’s Predigen magst net, dös weiß ich. Aber der Jager hat mir heut soviel Angst gmacht.“

Blasi wurde neugierig. „Was für einer?“

„Der Friedl.“

„Der? Ui jesses! Den fürcht ich bei der Nacht net, viel weniger am Tag. Bei dem wiegt ’s Herz an Zentner und der Verstand a Quentl. So a Millisuppen von eim Mannsbild!“

„Gib acht, du“, spottete Lenzl, „daß dir d’ Millisuppen net amal über d’ Nasen tröpfelt!“

Das überhörte Blasi. Lustig fragte er: „No, was hat er denn gsagt, der Jager?“