„Gredt hat er von eim. Aber so einer, wie der is, kannst doch du net sein! Dös kunnt ich net glauben.“ Sie ging auf den Verdutzten zu und strich ihm mit der Hand übers Haar. „Gelt, es macht dir halt a Freud, daß dir diemal a Spielhahnfederl oder a Gamsbartl abiholst?“
„No ja, freilich, weiter is nix dran.“
„Aber schau, kunnst ja doch amal mit’m Jager überzwerch graten. Jesus, Jesus, ich kann mir gar net denken, was ich anfanget, wann’s da an Unglück gäb.“
Immer heiterer wurde Blasi. „Ah was! Um mich brauchst kei’ Sorg net haben. Da käm’s halt drauf an, wer den flinkern Finger hat. Den gschwindern hab ich. Allweil. Und überall.“
„Blasi!“ stammelte Modei erbleichend. „Mar’ und Joseph!“
Schnuppernd hob er die Nase und sagte sorgenvoll: „Du, mir scheint, der Schmarren brennt an.“
Wortlos nahm sie einen Teller aus der Schüsselrahme und ging zum Herd.
Lenzl kicherte und rief zu dem Burschen hinüber: „Du! Laß dir ’s kostspielige Leder net verbrennen! Deine Schuh fangen zum dämpfen an.“ Er griff nach einem der beiden Schuhe, die dunstend an der Mauer standen. „Aaaah! So ebbes von Schuhwerk! Wie a Fürst! Eiserne Greifer um und um! Daß er nur ja net ausrutscht! Und z’mittelst in der Sohlen hat er auch noch an Haufen Nägel drin!“ Immer kichernd, zählte er mit tippendem Finger: „Eins, zwei, drei, viere, fünfe, sechse, siebne, achte, neune!“ Die letzte Ziffer klang wie ein lustiger Schrei. Nun ein boshaftes Lachen. „Schwester? Merkst es bald, wie ecket dei’ runde Welt is?“
Zu Tod erschrocken, riß Modei dem Bruder den Schuh aus der Hand, betrachtete ihn, griff nach dem andern, verglich die Sohlen, drehte das aschfarbene Gesicht gegen den Burschen hin und ließ die Schuhe zu Boden fallen.
Blasi war so verblüfft wie ein Kind vor dem ersten Gewitter. „Was hast denn auf amal?“ Langsam erhob er sich.