Die Hände der Sennerin zitterten, während sie die rauchende Speise aus der Pfanne auf den Teller schöpfte. „Blasi?“ Ihre Stimme war tonlos. „Hast schon amal ebbes von eim Wildschützen ghört, den d’ Jager den Neunnägel heißen?“
Er guckte mißmutig drein. Dann lachte er. „Ah, geh, was redst denn jetzt da!“ Hastig griff er nach seinem Schuhwerk, ging zur Bank und schleuderte die Pantoffel von den Füßen. „Soll’s am End gar ich sein? Weil zufällig meine Sohlen mit neun Nägel bschlagen sind?“ Er schlüpfte flink in die Schuhe. „Dös macht der Schuster oft a so!“
„Ja, freilich, so a Schuster macht’s allweil wieder, wie er’s gwöhnt is.“ Modei stellte den Teller mit dem Schmarren auf die Bank. „Recht gut wird er heut net graten sein.“
„Macht nix!“ Blasi lachte. „Im Hunger schmeckt eim bald ebbes.“
„Schwester!“ schrillte die Stimme des Alten. „Hörst, was er sagt? Da mußt a bißl drüber nachdenken!“
Zerbrochen an allen Gliedern, fiel Modei auf die Herdmauer hin. „Wie mir jetzt ums Herz is, kann ich net sagen.“
„Und herzeigen tut er sich wie der Beste!“ höhnte Lenzl. „Einer, der gfallen muß! Was Weibsleut heißt, alle kann er haben.“
„Alle?“ Unter gierigem Schlingen lachte Blasi. „Ah na!“ Er zwinkerte zu dem Mädel hinüber. „Du bist mir die einzig. Du bist mein Glück und mei’ Freud!“
„Und den ganzen Sommer bist dreimal dagwesen. Warum? Jetzt weiß ich’s, Blasi! Weil dir mei’ Hütten bei deine heimlichen Weg kommod zum Rasten is. Und ’s ander geht drein. Zum Zeitvertreib. Und weil dir im Hunger bald ebbes schmeckt. Gelt, ja?“
„Is ja net wahr!“ Er warf einen Bissen im Mund herum. „Sakra, a bißl gar schiech is er anbrennt. Da muß man ’s Maul zruckziehn von die Zähn. Sonst kunnt’s rußige Busserln geben.“ Hurtig löffelte er weiter.