Punkl drehte sich flink. „Was hat er gsagt?“
„Wann die noch lang so fragt“, lachte Hies, „da muß ich heut ohne Nachtmahl abschieben von der Alm.“
Unter wachsendem Ärger forschte die Alte: „Was hat er gsagt?“
Friedl schraubte die Stimme: „Daß ihm vor Hunger der Magen schreit.“
„Waaas sagen d’ Leut?“ Wütend schnappte Punkl nach Luft. „D’ Leut sollen sagen, was s’ mögen. Mei’ Gsundheit is a kostbars Gut. Wann ich sterben müßt, da machen mich d’ Leut nimmer lebendig. Naaa!“ Mit hohem Fistelton begann sie zu heulen. „Iiiiiii –“ Die Schürze vor die Augen hebend, klagte sie gegen die Hütte hinüber: „Ich sag dir’s, Modei, iiiijaaa, ganz recht hast ghabt! Und schau, deswegen bist gsund blieben. Aber – aber iiiiii –“ Der Strom ihrer Schmerzen ergoß sich in die blaue Schürze.
„Geh“, sagte Modei, halb erheitert und halb unwillig, „tuts doch dös gute alte Weiberl net so plagen!“
„Wann’s allweil falsch versteht!“ lachte Hies. „Zu der kannst Herrgott und Cherubim sagen – dö versteht allweil Mannsbild und Kindstauf.“
Punkl hob den gekränkten Zwiebelkopf aus der Schürze: „Waaaas hast gsagt?“
„Daß dir der Friedl a Ruh lassen soll!“ brüllte Hies der Alten ins Ohr. „Sonst hat er’s mit mir z’ tun. Dich mag ich, weißt!“
In Punkls verheulten Augen ging die Sonne der Freude auf und glänzte. „Bist a braver Mensch, du! Zu dir hab ich a Zutrauen. Komm, Hieserl, komm!“ Sie umklammerte seinen Arm. „Jetzt koch ich dir auf! An Äpfelschmarren und Dopfenknödel!“ Energisch zerrte sie den Lachenden gegen den Brunnen hin. „Heut sollst es gut haben.“