„A lustiger Zipfel!“ sagte Friedl. „Allweil einer von die Sonnseitigen!“
„Ja“, nickte Modei, „und die Gstanzeln, dö schüttelt er grad so aussi aus’m Ärmel.“
Hies wandte sich. „Da hast recht! Paß auf, bei deiner Hochzet sing ich, daß d’ Fenster scheppern!“
Wie von jäher Müdigkeit befallen, ließ Modei sich auf die Steintreppe hinsinken und sah ins Leere. „Bei meiner Hochzet!“
„No ja, warum denn net?“ scherzte Friedl in Sorge, während er sich auf eine der tieferen Stufen setzte. „Du wirst doch amal deine Hochzetgäst net ’s Gstanzelsingen verbieten?“
„Ich? Und heireten? – Bei mir is ausgheiret. Ich hab kein’ Glauben nimmer an d’ Mannsbilder.“
„Madl, da übertreibst wieder a bißl. Hast ja bloß an einzigen ausprobiert. Wann’s den Sonntag verregnet hat, kann d’ Woch noch allweil sechs schöne Täg haben.“
„Geh, du Narr, du guter!“ Modeis Brauen zogen sich hart zusammen. „Soll ich ebba ein’ um den andern durchkosten, bis ich den richtigen derwisch, in dem d’ Sonn scheint? Laß mir mei Ruh, sagt der Veri. In mein’ Kittel hat ’s Leben an Triangel einigrissen, der nimmer zum flicken is, net mit der besten Nahterei. Wer kauft, will ebbes kriegen, was ganz is. Es mag schon mich keiner nimmer.“
Friedl wurde bleich bis in die Lippen, und ohne Besinnen fuhr’s ihm heraus: „Ich nimm dich gleich.“
„Du?“ Modei hob das Gesicht. Dann lachte sie kurz und gezwungen.