In Friedls heitere Stimmung schien das Lied mit seiner fast schwermütigen Melodie nicht recht zu passen. Immer klopfte er mit den Fäusten auf die Knie, um den Takt des Liedes zu beschleunigen. „Ich glaub gar, ös zwei seids eingschlafen!“ rief er den beiden Burschen zu, als sie das Lied beendet hatten. „Auf d’ Alm ghört ebbes Lustigs!“ Er griff nach der Zither. Da fuhr ihm was Flinkes und Schnaubendes auf den Schoß herauf. „Jesses, mein Bürschl!“ Lang und rot ließ der Hund die Zunge zwischen den Zähnen heraushängen und keuchte, daß ihm die Flanken zitterten; dazu schnappte er freudig winselnd an der Brust seines Herrn hinauf, der den Kopf wenden und den Hals recken mußte, damit ihm Bürschl mit der zärtlichen Schnauze nicht ins Gesicht käme. „Du Tropf du! Bist am End gar daheim durch d’ Fensterscheiben aussi? Ich glaub, du hast es schon heraus, daß von mir keine Schläg net fürchten mußt? Aber jetzt mach weiter!“ Lachend streckte der Jäger die Knie, so daß der Hund auf die Erde rutschte. Dann rückte Friedl die Zither zurecht und sang in flottem Tempo:
„Ich bin halt vom Gebirg,
Und ich hab a frisches Blut,
Und ich hab a treues Herz
Und schöne Federn auf’m Hut.
Schöne Federn auf meim Hut
Stehn mir sakrisch gut,
Und a Schnurrbart dazua,
Bin a lustiger Bua!“
Bei den letzten vier Zeilen hatte sich der Taktschlag der Melodie noch verschnellert, und während Friedl spielte und sang, patschten Lenzl und die beiden Burschen die Hände zusammen, und die Mädchen schlugen im Takt mit den Blechlöffeln an die Kaffeetassen.