Gittli zuckte zusammen.
„So komm doch näher und rede! Was hast du für meinen Jäger getan?“
Die Hände zitternd, die Augen zu Boden gesenkt, gab sie mit stockenden Worten Bericht. Aufmerksam hörte Herr Heinrich zu, und Pater Desertus hing wie gebannt an Gittlis Zügen.
Als sie geendet hatte, blickte sie mit scheuer, stummer Frage zu Herrn Heinrich auf, als wollte sie sagen: „Hab ich auch nichts schlecht gemacht?“
Da kam Herr Schluttemann zurück. „Die Leut sind da, Reverendissime, hier ist das Kästl!“
Herr Heinrich nahm es. „Erwartet mich draußen und laßt mir niemand in die Stube! Frater Severin —“
„Er ist noch immer nicht da.“
„Wenn er kommt, soll er rasten und Atem schöpfen, dann soll er die Herrenhütte instand setzen. Der Walti mag hier bleiben, die vier Knechte sollen in den Almhütten nächtigen und morgen beizeiten wieder hier sein.“
Herr Schluttemann ging, und man hörte, wie er draußen mit den Knechten umschrie, als hätten sie Wunder was verbrochen. „Und morgen vor Tag seid ihr wieder da!“ schloß er sein donnerndes Kapitel. „Oder ich reiß euch die Ohren vom Kopf weg! Wurzweg!“
Je lauter er geschrien hatte, desto kleiner war Gittli geworden, desto tiefer hatte sie sich in ihren Winkel gedrückt.