Herr Heinrich entnahm dem Kästlein, was er brauchte, um einen neuen Verband anzulegen. Als er die mit Harz verklebte Leinwand von der Wunde löste, streckte sich Haymo stöhnend, schlug die Augen auf und schloß sie wieder.
„Dietwald, sieh her,“ rief Herr Heinrich erregt, „das ist keine Wunde, wie ein fallender Stein sie schlägt, oder wie man sie bei einem Sturz erhalten kann. Das ist ein Stich, ein Messerstich! Der Mann ist überfallen worden. Das hat ein Raubschütz getan, den der Jäger fassen wollte. Mädchen! Komm her zu mir!“
Gittli zitterte an allen Gliedern.
„Aber so komm doch! Sag mir: wo hast du ihn gefunden?“
„Draußen,“ lispelte sie mit versagender Stimme, „vor der Hütte.“
„Weit von hier?“
Sie schüttelte den Kopf.
„Und wie kam es, daß du ihn fandest?“
Ratlos, mit angstvollen Augen, schaute sie zu Herrn Heinrich auf.
„Aber so rede doch! Ich will wissen, was dich zu der Stelle führte, an der du ihn fandest. Was hattest du hier oben zu schaffen?“