Haymo saß aufgerichtet in seinem Heubett. „Herr Heinrich!“
Der Propst legte ihm die Hand auf den Mund. „Du sollst nicht sprechen, Haymo, ich will es so! Lege dich zurück und laß mich nach deiner Wunde schauen! Dann sollst du essen und trinken und wieder schlafen, und wenn du dann gestärkt erwachst, dann setz ich mich zu dir, und du erzählst mir alles. Und mach dir keine dummen Sorgen! Du bist Haymo, mein treuer Jäger! Hast ja deine Treue mit deinem Blut besiegelt.“
„Herr Heinrich —“
„Wirst du schweigen!“ schalt der Propst und drückte den Jäger mit sanfter Gewalt auf das Kissen zurück.
Gittli atmete auf; und da sie in der Jägerhütte nun entbehrlich war, lief sie hinüber in das Herrenhaus.
„Frater? Kann ich Euch nit helfen?“
„Ei freilich, mein Dirnlein, schürz dich, tummel dich!“ Und im Hui hatte er ein Dutzend Aufträge für Gittli bereit.
Sie griff mit flinken Händen zu, trug alles herbei, was der Frater in der Küche brauchte, brachte Ordnung in die Schlafkammer und machte die Herrenstube spiegelblank.
Draußen ‚schnürelte‘ der Regen, und die Knechte, die unter dem vorspringenden Dach der Herrenhütte an die Balkenwand gelehnt standen, sangen mit leisen Stimmen, um sich die nasse Zeit zu vertreiben.
Als Herr Heinrich mit Desertus aus der Jägerhütte trat, sagte er: „Dein Aussehen ist schlimm, Dietwald. Die Nachtwache hat dich erschöpft.“