„Du! Jetzt tu nit reden!“ drohte sie. „Jetzt mußt du essen! Und alles! Bis auf das letzte Bröserl!“ Sie setzte sich auf den Rand des Lagers und zog das Knie herauf, um eine Stütze für die Schüssel zu haben. Er begann zu essen, und bei jedem Löffel, den er nahm, sah er zu ihren Augen auf; und immer wieder nickte sie ihm zu und lächelte: „Gelt, das schmeckt?“

Walti steckte die schnuppernde Nase in den Suppendampf. „Kruzi, Kruzi, wenn ich allweil solche Sachen kriegen tät, da ließ ich mir auch eins auf den Buckel stechen von so einem schlechten Kerl!“ Er griff mit beiden Händen zu, denn die Schüssel wackelte bedenklich zwischen Gittlis Händen. „Was machst du denn? So halt doch fest!“ Und zu Haymo sich wendend, fragte er: „Sag, Jäger, du mußt aber doch wissen, was es für einer war?“

Haymo schüttelte den Kopf. „Sein Gesicht war angerußt.“

Tief atmete Gittli auf; dann sagte sie zu Walti: „Geh, tu den Becher spülen! Jetzt muß er den Wein kriegen!“

Der Bub nahm den Becher vom Tisch und rannte hinaus.

„Haymo,“ stammelte Gittli mit raschen, leisen Worten, „gelt, wenn sie dich ausfragen, nachher sag’s nit, daß es beim Kreuz geschehen ist!“

„Warum nit?“

Sie senkte den Kopf. „Weil ich dich bitten tu!“

Er nickte vor sich hin. „Ich weiß schon, wie du’s meinst! Gelt, weil sie Gottesleut sind? Und müßten sich kränken, wenn sie hören täten, daß ihr Herrgott so was hat geschehen lassen.“ Ein bitteres Lächeln zuckte um seinen Mund. „Zu mir hat er reden mögen! Warum denn hat er nit auch zum anderen sagen können: tu’s nit, tu’s nit?“

Gittli hing an ihm mit angstvollen Augen; sie verstand den Sinn seiner Worte nicht. „Haymo —“