Gittli erblaßte. „So, schön, jetzt laßt er sie gar allein mit ihm!“ stammelte sie. Aber weshalb nur sorgte sie sich, daß ihr einwendig völlig kalt wurde? „Am End weiß sie was? Und sagt es ihm!“ Das mußte sie verhindern.

Kaum war der Frater gegangen, da trat Zenza auf den Jäger zu. „Hast du viel ausstehen müssen?“ fragte sie mit leiser, bebender Stimme.

„Es hat grad ausgereicht!“ brummte er.

„Den wenn ich wüßt, der dir das getan hat!“ Sie ballte die Fäuste. „Da hast du freilich nit können zum Tanz kommen. Und ich wart allweil und wart, eine Wut hab ich gehabt, daß ich dich hätt zerreißen können.“

„So?“

„Und derweil liegt er daheroben, der arme Hascher, halb am Verscheinen! Aber schau, seit ich es gestern gehört hab, hat’s mich nimmer gelitten, ich hab herauf müssen!“

„Geh?“

„Ja! Und weil du mir keinen Buschen hast bringen können, schau, jetzt hab halt ich dir einen gebracht!“ Sie löste den Veilchenstrauß von ihrem Mieder. Als sie ihn dem Jäger reichen wollte, kam Gittli herbeigegangen, zögernd, mit finsteren Augen. Hastig legte Zenza die Veilchen neben Haymo auf die Bank, ging auf Gittli zu und streckte ihr beide Hände hin. „Grüß dich Gott, Kleine! Brav hast du dein Sacherl gemacht!“

Gittli legte die Hände auf den Rücken.

Zenza lachte. „Geh, du Dummerl, was hast du denn? Ich mein’ doch, du hättest dir ein Vergeltsgott verdient. Da schau!“ Sie löste das dünne Silberkettl von ihrem Mieder, haschte Gittlis Arm und zwang es ihr in die Hand. „Nimm’s nur, nimm’s! Ich schenk dir’s!“