„Ja, Kind, das sag ich ihm, und das wird ihn freuen. Mußt auch mit keinem davon reden, weißt, die Leut täten ihn drum anschauen.“
Sie schüttelte den Kopf.
„Aber komm, setz dich ein Weil! Ich bin ganz allein, wir wollen ein wenig haimgarten!“
Schüchtern setzte sie sich auf die Bank und strich an ihrem Rock die Falten glatt.
„Wie alt bist du, Gittli?“
„Im letzten Anderherbst[20] bin ich fünfzehn Jahr geworden.“
„Fünfzehn Jahr?“ wiederholte Herr Heinrich. Und nach kurzem Besinnen sagte er: „Weißt du nicht auch den Tag, an dem du geboren bist?“
„Wohl, Herr, am heiligen Pelagitag.“[21]
Betroffen blickte der Propst das Mädchen an.
Am heiligen Pelagitag? Das war zehn Tage nach der Ampfinger Schlacht und einen Tag nach dem Brande der Burg Falkenberg! Hier hatte die Natur ein seltsames Spiel getrieben, oder — — Tief atmend schüttelte Herr Heinrich den Kopf und fragte: „Wo seid ihr daheim gewesen?“