Der Knecht zögerte mit der Antwort; sein Blick streifte das Weib. „Geh, komm ein Weil mit uns vors Haus!“

„Ich hab den ganzen Tag geschafft und bin müd.“

„Wirst aber heut noch einen weiten Weg machen müssen.“

„Warum? Und wohin?“

„Warum, das wirst du erfahren, und wohin, das wirst du sehen.“

Wolfrat lachte. „Da bin ich aber neugierig. Wer will denn was von mir?“

„Der Vogt.“

„Der Vogt?“ wiederholte Wolfrat überrascht. „So? So?“ Er strich mit der Hand übers Haar und erhob sich. „Ja, freilich, da muß ich schon gehen. Aber wenn ich recht gehört hab, ist ja der Vogt seit Freitag im Gejaid — freilich, hab’s ja von euch selber gehört, wie ich auf der Alm meine Schwester gesucht hab. Was will er von mir? Da droben?“

Die Knechte wollten ihn fassen; er trat zurück und machte zwei Fäuste. „Oho! So ist’s gemeint? Ich geh von selber mit, weil der Vogt mich haben will. Aber anrühren soll mich keiner, sonst schlag ich zu.“

„So komm!“