„Sie kommen, Seph!“ sagte er und griff nach dem Tisch, als befiele ihn ein Schwindel.
„Jesus Maria!“ stöhnte das Weib, flog auf ihn zu und umschlang ihn mit zitternden Armen.
Er richtete sich auf. „Nimm dich zusammen, Seph!“ sagte er ruhig. „Sie dürfen kein unrechtes Wort hören. Komm, setz dich her da!“ Er drückte sie auf die Bank. „Und red keinen Laut! Vom Gesicht schaut dir im Zwielicht keiner was ab. Und wenn es schief ausgehen sollt — ich glaub’s nit, Seph, sei ruhig — ich mein’ halt für alle Fäll,“ seine Stimme dämpfte sich zu hastigem Geflüster, „so laß ich dir eine Hilf zurück in der Not, einen Schatz, der zu heben ist. Mir ist er verschlossen, solang ich leb. Aber wenn’s einmal aus ist mit mir, dann sollst du was haben davon, und mein Bub. Ein goldener Schatz, Seph! Und der Schlüssel dazu: das ist die Dirn.“
Sie starrte ihn an; von allem, was er sagte, verstand sie nur das eine: daß er an das Schlimmste dachte.
Das Fenster wurde dunkel, als die Männer draußen vorübergingen.
Wolfrat nahm hastig seinen Platz hinter dem Tisch wieder ein.
Die beiden Knechte, die Herr Schluttemann ausgeschickt, traten in die Stube; der Fronbot, den sie mitgenommen, blieb draußen vor der Haustür stehen.
Lippele rutschte hurtig von der Bank herunter, lief auf die Mutter zu und schmiegte sich hinter ihren Arm.
„Ist der Polzer daheim?“ fragte einer der Knechte.
„Wohl!“ sagte Wolfrat. „Was gibt’s?“