Walti war schon davongestürzt, Haymo sprang in den See und watete zum Einbaum.
„Wolfrat, wie ist dir?“ fragte Herr Heinrich.
Der Sudmann wollte sprechen; Blut trat über seine Lippen, er streckte sich stöhnend, und die Sinne schwanden ihm.
„Gott sei dir gnädig!“ flüsterte der Propst. Und zu Desertus aufblickend: „Ich fürchte, der Mann ist verloren. Doch wir müssen tun, was in unseren Kräften steht. Dietwald! Nimm meine Kappe, hole Wasser!“
Desertus eilte zum See und kam mit der gefüllten Kappe zurück. Herr Heinrich wusch dem Sudmann das Gesicht und flößte ihm Wasser über die Lippen. Lange Zeit verging, ehe Wolfrat wieder zu atmen begann und die Augen öffnete.
Da hörte man von der Klause her die Glocke läuten.
Der Blick des Sudmanns wurde starr, und seine Zunge lallte: „Gilt — das — mir?“
„Nein, nein, Wolfrat, die Glocke ruft nur die Knechte zu deiner Hilfe.“
„Hilf?“ Wolfrat schüttelte den Kopf. „Mit mir hat’s ein End, Herr! Alles — ist eingedrückt da drin.“ Er preßte die zitternde Faust auf seine blutende Brust und stöhnte: „Meine Seph — Jesus Maria — und mein Bub, mein Bub!“
„Sei ohne Sorge! Was auch geschieht, ich gebe dir mein fürstlich Wort zum Pfande, dein Weib und Kind soll nimmer Not leiden!“