„Wolfrat?“

„Und wenn ich — jetzt hinaufkomm — darf ich hinein, Herr?“

„Ja, mein guter Wolfrat.“

„Ich hab doch blutige Händ.“

„Gott sieht auf die Hände nicht, er sieht in das Herz. Die Reue hat dein Herz gereinigt, du hast Leben mit Leben bezahlt, mein Priesterwort darf dich lösen von aller Sünde, und ruhig könnte deine Seele vor Gott erscheinen. Doch sieh, du lebst ja noch!“

Schwer schüttelte Wolfrat den Kopf. „Ich spür’s — daß ich — hin bin.“

„Herr!“ mahnte Desertus und verschlang mit flehender Gebärde die Hände.

„Sprich, Wolfrat, was war es, was ich deinem Weibe sagen sollte?“

„Meine Seph — mein Bub —“ rang es sich in Schmerz über Wolfrats blutige Lippen.

„Und das Mädchen?“ fiel Desertus mit bebender Stimme ein. „Sie ist deine Schwester nicht?“