„Aus dem — Feuer — hab ich’s —“ Er wollte weiter sprechen. Quellendes Blut erstickte seine Stimme.

„Wolfrat!“ schrie Desertus aus gemartertem Herzen.

Herr Heinrich legte die Hand auf seinen Arm.

„Dietwald, sieh, Pater Eusebius bringt das Sakrament!“

Desertus bedeckte das Gesicht mit beiden Händen und trat zurück.

Ein großer, von drei Knechten geführter Kahn hatte am Ufer angelegt. Haymo stieg ans Land; er trug das ewige Licht. Pater Eusebius, eine kleine gebeugte Greisengestalt, brachte das Ziborium, das von goldgesticktem Mäntelchen umhüllt war. Er ließ sich neben Wolfrat nieder, dessen Kopf auf dem Arm des Propstes ruhte.

Niemand sprach. Die Knechte knieten mit gefalteten Händen im Schiff. Auf den Zinnen der Berge erlosch der letzte Schein der sinkenden Sonne. Tiefe Stille lag über Wald und Wasser.

Als Pater Eusebius mit murmelnder Stimme das Gebet zu sprechen begann, fing drüben über dem See in der Bartholomäer Klause die Glocke zu läuten an, und von allen Felswänden klang ein leises Echo der schwebenden Töne.

Mit erlöschenden Sinnen empfing Wolfrat das Sakrament und lag schon bewußtlos, als Pater Eusebius sich erhob.

„Dietwald!“ sagte Herr Heinrich. „Wahre das Allerheiligste!“