„Sollte er noch einmal sprechen können, so frag ihn um alles, was er weiß von seiner Schwester.“
„Er wird nicht sprechen. Bevor ich ihn noch in die Klause bringe, wird das Wundfieber kommen. Oder das Ende.“
„Herr!“ stammelte Desertus. „Darf ich nicht mit ihm ziehen? Ich will wachen bei ihm, und wär es durch tausend Nächte. Und will harren auf ein Wort —“
„Nein, Desertus, du bleibst!“ sagte Herr Heinrich, den Namen betonend, den er sonst nicht zu gebrauchen pflegte.
Der Kahn mit Haymo schwamm bereits der Seeklause zu, um Walti abzuholen. Nun stieß auch der andere Nachen in den dunkelnden See, dessen Spiegel sich im sanft anhauchenden Abendwind zu kräuseln begann.
Pater Desertus war auf einen Stein gesunken, erfüllt von wirbelnden Gedanken und stürmischen Empfinden. Herr Heinrich trat an das Ufer und blickte den ziehenden Schiffen nach. Da sah er auf dem Wasser einen dunklen Körper treiben. Es war die Leiche der Hel.
„Jetzt hab ich sie umsonst gebrannt!“ murmelte Herr Heinrich — und sein Blick suchte den Nachen, der den todwunden Sudmann nach der Klause trug.