„Aber du?“ sagte er. „Wie geht’s denn dir? Ich mein’, du tust noch ein lützel blasselen?“

„Da mußt du keine Sorg haben. Ich bin lang wieder richtig beinander und kann wieder schaffen wie eh. Aber jetzt halt, weißt, ich schau nur so aus, weil — weil halt —“ Sie wurde rot. „Merkst du es nit?“

Er warf einen Blick über ihre Gestalt. „Seph! Seph! O du lieber Herrgott!“ stammelte er und drückte sie an seine Brust. So saßen sie schweigend und blickten ziellos in den schimmernden Morgen.

„Jetzt kommt’s mir erst doppelt schwer an!“ murmelte er.

„Das wird wohl ein Schmerzenkindl werden, das arme Würml!“

„Und der Bub? Was macht der Bub?“

Da huschte ein Lächeln über ihre Züge. „Den wirst du schier nimmer kennen! Wie der ausschaut! Wie’s helle Leben! Und gut hat er’s. Die besten Bröcklen schieben ihm die Schwestern zu. Überhaupt, Polzer, wie man da gut ist mit uns, das kann ich dir gar nit sagen.“ Die Tränen stürzten ihr aus den Augen. Sie fuhr sich mit dem Ärmel über das Gesicht. „Wart, ich hol dir den Buben, daß du doch auch eine Freud hast!“ Sie erhob sich und wollte zur Tür.

Er schüttelte den Kopf und hielt sie zurück. „Laß ihn, Seph, bis ich wiederkomm!“

„Wo gehst du hin?“ Da sah sie den verstörten Ausdruck seiner Züge und stotterte: „Was hast du denn?“

„Zum Vogt muß ich. Und muß mich angeben.“