„Der Haymo hat aber für ihn gezeugt. Und ein Jäger hat gute Augen.“

„Vielleicht hat er Erbarmen gehabt?“

„Der Haymo lügt nicht. Ja, Vogt, Ihr habt dem Wolfrat damals unrecht getan.“

„Aber meiner Seel,“ stotterte Herr Schluttemann, „er steht doch draußen und sagt, er hat’s getan!“

„Das ist mir unbegreiflich. Aber wißt Ihr, was ich meine? Der Mann trägt es Euch nach, daß Ihr ihm unrecht getan habt. Jetzt will er Euch den Streich heimzahlen und kommt und spielt Euch einen Possen und bindet Euch einen Bären auf, zur Heimzahlung für den, der über ihn gekommen ist.“

„Da soll ihn doch gleich —“ Herr Schluttemann zog mit der Faust aus, um der Tischplatte eins zu versetzen; aber er besann sich noch rechtzeitig.

„Ich muß gestehen, das ist ein keckes Stück!“ lächelte Herr Heinrich. „Der Mann geht zu weit. Das greift hart an Eure Würde, Vogt! Das dürft Ihr Euch nicht gefallen lassen.“

„Und ich laß es mir auch nicht gefallen! Da soll ja doch —“ Herr Schluttemann stürmte mit purpurrotem Gesicht hinaus in die Amtsstube. Er war seit Monden zum erstenmal wieder in hellem Zorn.

Wolfrat stand mit weit aufgerissenen Augen, zitternd am ganzen Leib, bei jedem Atemzug die Farbe wechselnd.

Herr Schluttemann hielt ihm die Fäuste unter die Nase und schrie: „Gelt? Jetzt steigt dir das Grausen auf! Wart, du Gauner, du schwollkopfiger, dir will ich die Späßlen noch austreiben! Du sag mir noch einmal, daß du’s gewesen bist! Gelt? Jetzt verschlagt’s dir die Red! Wart nur! Wart! Den Vogt uzen! Wart nur!“ Herr Schluttemann stürzte auf die Wand zu und riß am Glockenstrang; ein Fronbot trat in die Stube. „Pack den Kerl! Marsch in den Block mit ihm! Und nur fest hinein!“