„Grüß Gott, Herr!“
„Wie kommst du da her? Was hat dich ins Tal geführt?“
„Herr!“ Die Stimme des Jägers schwankte. „Heut ist der Michelstag.“
„Der Michelstag?“ sagte Herr Heinrich erstaunt. „Richtig, der Michelstag! So, so! Der Michelstag? Und deshalb kommst du herunter?“
„Wohl! Ich hätt nimmer bleiben dürfen, auch wenn ich mögen hätt.“ Immer leiser wurde Haymos Stimme. „Heut geht mein Dienst aus.“
„Richtig, richtig! Von heut an hab ich um einen Klosterjäger weniger. Und weniger um den besten. Und nun bist du gekommen und willst mir Behüt Euch Gott sagen, gelt? Und dann willst du dir einen neuen Herrn suchen?“
Haymo knüllte an der Kappe, verdrehte den Kopf, als quäle ihn ein Krampf im Nacken, und zog die Brauen zusammen wie einer, der auf der Folter liegt und doch keinen Schmerzenslaut will hören lassen.
„So rede doch, Haymo, schau mich an!“
Nur noch tiefer senkte Haymo den Kopf, während er mit heiserer Stimme Wort um Wort vor sich hinstieß: „Ich bitt, Herr, daß Ihr es kurz machet! Wenn’s mich auch gleich nimmer fortlassen will — von Euch — fort muß ich doch.“
„Mußt du? So? Und was willst du jetzt?“