„Was ich wollen muß! Ein einziges halt! Grad noch ein einzigs im Leben! Allweil das einzig! Und ich weiß kein Straßl nimmer, wo ich’s find. Ich hab mich verschuldigt, jetzt muß ich’s büßen. Und wenn ich gleich einmal noch hinlauf an mein Glück — es bleibt nur ein halbes.“ Er wandte sich ab.
„Haymo!“
Der Jäger erzitterte bei dem warmen, herzlichen Klang seines Namens.
„Hab ich recht gehört? Du möchtest gern bleiben bei mir?“
Haymo sagte nicht Ja und nickte nicht mit dem Kopf; er wandte sich nur noch mehr von Herrn Heinrich ab und drückte das Kinn an die Brust.
Der Propst betrachtete ihn eine Weile mit leisem Lächeln. „Also bleiben möchtest du? Schau, Haymo, das merk ich gern, daß ich dir lieb geworden bin als Herr. Schade! Warum hast du nicht früher gesprochen? Denn jetzt — jetzt wird es zu spät sein. Heut ist der Michelstag. Du bist nicht mehr mein Klosterjäger.“
Ein schwerer Atemzug erschütterte die Brust des Jägers.
Immer fröhlicher lächelte Herr Heinrich. „Wer weiß, wir zwei hätten vielleicht noch können auf gleich kommen miteinander.“
Haymos Augen streiften den Propst mit einem scheuen Blick.
„Aber Pater Desertus hat im letzten Kapitel einen Antrag gestellt, und der ist durchgegangen. Das Stift hat einen Wildmeister ernannt, von heut an. Der soll über die ganze Jägerei des Klosters gesetzt sein. Er ist ein weidgerechter und strenger Jäger. Wie ich ihn kenne, wird er seine Leute fest an der Schnur halten. Und mit einem, der aus Mutwill oder Narretei seinen Dienst aufsagt, mit solch einem wird er sich schwer befreunden. Meinst du nicht auch? — Was hast du denn? Schaust du dir das Haus dort an? Ein schmuckes Haus, gelt? Da soll der neue Wildmeister wohnen. Über vier Wochen hält er Hochzeit. Schau, Haymo, dort unter der Tür, das ist sein Bräutl.“