Draußen webte der Glanz und Schimmer des Ostertages; die Ache rauschte und in den Nachbarhöfen krähten die Hähne. Auf den Obstbäumen, deren Knospen schon zur Blüte drängten, zwitscherten die Meisen und flogen hin und her, Halme tragend für den Nestbau.

10.

Trotz der hellen Sonne, die der Ostermorgen gebracht, brannte in der Stube des Eggebauern ein Feuer im Lehmofen, der vor Wärme schwelte. Der Bauer saß hemdärmelig hinter dem Tisch, vor sich einen großen Napf mit Milchsuppe, die er gemächlich auslöffelte. Er war soeben, gegen die neunte Morgenstunde, mit Zenza aus der Messe zurückgekehrt. Das Mädel stand, mit halblauter Stimme trällernd, vor dem in die Wand eingemauerten Zinnspiegel und durchflocht die blonden Zöpfe mit roten Bändern.

„Heut hat es aber der Pater Hadamar scharf gemacht in der Predigt,“ sagte der Eggebauer nach einer stillen Weile.

Zenza lachte.

„Hast du dir gemerkt, was er gescholten hat über den Tanz?“

Wieder lachte das Mädel und warf die Zöpfe über die Schulter zurück. „Jetzt tanz ich nur desto mehr. Und fest anhalten tu ich mich auch. Daß ich nit ausrutsch.“

Sprechen konnte der Eggebauer nicht, denn er hatte gerade den Mund voll; er drohte nur mit dem Löffel; dann schluckte er und lachte. Da klang aus der Kammer eine weinerlich kreischende Weiberstimme: „Zenzaaa!“