„Jjaa!“ rief das Mädel unwillig, trat näher an den Spiegel, nestelte an dem Veilchenbuschen, der im Mieder steckte, und zupfte das Kraushaar in die Stirn.

„Hörst, die Mutter ruft!“ mahnte der Eggebauer.

„Hab schon gehört!“ sagte Zenza; aber sie rührte sich nicht von der Stelle.

Der Eggebauer seufzte und löffelte weiter.

„Bauer! Aber Bauer! So komm halt du!“ klang es mit keifenden Lauten aus der Kammer.

„Ist das ein Weib!“ brummte der Eggebauer. „Nit einmal beim Essen hat man seine Ruh!“ Er schüttelte den Kopf, warf einen Erbarmen heischenden Blick zur Stubendecke, legte den Löffel nieder und wollte sich erheben.

Da klapperten draußen auf den Steinen die Tritte genagelter Schuhe, und ein Schatten fiel über das Fenster.

„Zenz!“ sagte der Bauer hastig. „Ich tu dich bitten, geh hinein zu ihr und bleib bei ihr drin eine Weil. Es kommt einer, mit dem ich zu raiten hab.“

Das Mädel ging, aber nicht gerne; kaum hatte Zenza hinter sich die Kammertür geschlossen, da stand Wolfrat schon auf der Schwelle; er war anzusehen, als käm’ er geraden Weges von der Sudpfanne; sein brennendes Gesicht und seine Hände glitzerten von Schweiß; an Hals und Schläfen sah man, wie es in den geschwollenen Adern hämmerte; sein Atem flog und keuchte, daß er nicht zu sprechen vermochte; er taumelte zur Bank, fiel nieder und drückte die Fäuste auf seine Brust.

Dem Eggebauer wurde ängstlich zu Mut; er schielte nach der Kammertür, dann fragte er mit leiser Stimme: „Polzer, was hast du denn? Ich will nit hoffen, daß —“