Was vermögen alle Erwägungen einer so eindringlichen Sprache gegenüber, wie sie dieser »Volkserzieher« spricht? Ein ganzes deutsches Städtchen sinkt in die Knie vor einem Strolch in Hauptmannsuniform!

»Das Kapitel vom zusammenknickenden Bürgermeister und der aufgestörten Bürgerschaft ist wahrhaftig kein erbaulicher Beitrag zur Geschichte des neuzeitlichen frohen Geistes und selbstbewußter Kraft. Die Köpenicker dürfen sich aber trösten: Schockweise gibt es der untertänigen Beamten in deutschen Städtchen und Städten.

In die groteske Komik vom belagerten Rat und vom entführten Bürgermeister mischt sich hier die Bitterkeit. Du hast es so gewollt, Erziehung zur Subalternität, du hast es gewollt, Geist der Dressur!

Ein Schwindler steckt sich in eine Uniform und zwingt zur Verehrung nieder, wie Geßlers Hut.« – »Die Überrumpelung durch einen Menschen, der sich darum immer naiver vorwagt, weil man ihm seine ersten Schritte in angedrillter Untertänigkeit gar so leicht macht. Er ist gewiß selbst in subalternem Geiste aufgewachsen und braucht nur durch Spitzbubenhumor um kleine Schritteshöhe über das subalterne Gefühl sich zu erheben, um Soldaten, Ratsherren und selbst den Stadtobersten, den Bürgermeister, einzuschüchtern.« L. Schönhoff.

Die Schutzleute stehen auf Befehl des schmierigen Hauptmanns selbst Schmiere, und der Soldat erstarrt vor der heiligen Uniform in »eingetrichterter Demut«.

Ein trauriger Triumph preußisch-militärischer Abrichtungskunst! Ein Triumpf der »geistigen Hosennaht«! Jetzt wird mir jeder zustimmen: Wir haben genug an der bisherigen Menschenabrichterei, wir brauchen statt dessen endlich eine:

Erziehung zur Mannhaftigkeit,

sonst wird uns unser ernstes Leben schließlich zum Possenspiel.


[Fußnoten]