1. die Einsicht, daß die Natur aus sich selbst erklärt werden muß, ohne ein übernatürliches Prinzip;
2. die Erkenntnis, daß alles Geschehen nach ewigen, ehernen, großen Gesetzen verläuft, die in der Natur der Dinge selbst begründet sind;
3. die Gewißheit, daß die Natur einheitlich ist, dieselbe in allem Geschehen und in allen Gestalten.
III. Unser neues Ideal ist die Menschheit, die ihre Stellung in der Natur kennt und auf Grund dieser Kenntnis in ihr Schicksal selbstbestimmend eingreift. Die Anwendung der erkannten Naturgesetze auf die Gestaltung des Einzel- und Gesellschaftswesens soll uns befähigen:
1. durch Selbst-, Haus- und Volkserziehung eine immer größere Zahl gesunder, tüchtiger, vernünftiger und edler Persönlichkeiten heranzubilden;
2. durch planmäßige Arbeit dieser Persönlichkeiten unser Volks- und Staatsleben auf eine immer höhere Stufe der Freiheit und Ordnung, der Gerechtigkeit und Fürsorge zu erheben;
3. durch bewußte Fortführung ihres allgemeinen Entwicklungsprozesses die menschliche Gattung selbst zu erhalten, zu kräftigen und zu immer höheren Stufen der Naturerkenntnis und Naturbeherrschung, der Selbsterkenntnis und Selbstbeherrschung zu führen.
In den Religionen sieht der Monismus also nicht übernatürliche Offenbarungen, sondern wandelbare Erzeugnisse des Gefühls und Geisteslebens der verschiedenen Völker in den verschiedenen Zeiten. Er erkennt den Wert der Religionen und ihre Bedeutung für die Veredelung der Menschheit völlig an, doch bestreitet er entschieden, daß Religiosität immer und untrennbar mit übernatürlichen Vorstellungen verknüpft sein müsse.
Von den Konfessionen behauptet der Monismus, daß sie durch den Zwang, den sie mit Hilfe staatlichen und gesellschaftlichen Druckes schon auf die Bildung der Jugend ausüben und durch den Zwiespalt, den sie in unser Volksleben hineintragen, vielfach schädigend auf die Entfaltung wahrhaft religiösen Lebens einwirken.