Diese Zusammenstellung zeigt vor allem die mit der Höhe zunehmende Bevorzugung des Herbstes vor dem Frühling, welch letzterer im eigentlichen Gebirge wegen der späten Schneeschmelze wesentlich kühler ist als der Herbst, der sich häufig mit schönen Sonnenscheintagen aufs angenehmste bis tief in den November hinein geltend macht.

Von diesen Normalwerten ergeben sich im einzelnen je nach den Lageverhältnissen bedeutende Abweichungen. So ist z. B. Villingen (708 m) auf der Ostseite des Schwarzwaldes im Verhältnis zu seiner Höhenlage in den vier Jahreszeiten nach obiger Reihenfolge und im Jahr zu kalt um 1.8–0.7–0.5–0.9–1.0°, Freiburg am Westfuß (272 m) zu warm um 0.9–0.7–1.0–1.0–0.9°. Nicht leicht könnte der Gegensatz zwischen dem östlichen und westlichen Schwarzwald deutlicher vor Augen geführt werden.

Abb. 21. Einzige Darstellung des alten Schwarzwälder
Hausierers. Krug vom Jahre 1806 in der Schwarzwaldsammlung
der Stadt Freiburg. Nach einer Photographie von M. Ferrars
in Freiburg. (Zu [Seite 45].)

Abb. 22. Alte Schwarzwalduhr vom Jahre 1670.
Aus der Schwarzwaldsammlung der Stadt Freiburg.
Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg.
(Zu [Seite 45].)

Im äußersten Falle steigt die Wärme in Karlsruhe, am Rande der Rheinebene, auf 37 ° C, in Villingen auf 32°, in dem 1004 m hoch und nach allen Seiten frei gelegenen Höhenschwand auf 29°, während die entsprechenden niedersten Werte -27, -33, -23° C sind. Gegenüber der hohen Sommerwärme in der Rheinebene und der exzessiven Winterkälte auf der östlichen Hochebene erweist sich hiernach der eigentliche hohe Schwarzwald als eine Landschaft, in welcher die Wärmegegensätze nicht allzu schroff sind.

Temperaturumkehr.

Der Winter ist auf den Höhen mehr durch seine langdauernde Schneedecke ([Abb. 6], [7] und [8]) und die hierdurch bedingte Schwierigkeit des Verkehrs lästig als durch übermäßige Kälte. Die freien Höhen erfreuen sich viel häufiger, als man das in den Niederungen ahnt, der winterlichen Temperaturumkehr, bei welcher es in höheren Lagen wärmer ist als in niedrigeren, besonders in muldenartigen Eintiefungen von größerer räumlicher Ausdehnung, wo sich bei hohem Luftdruck und dauernder Windstille die kalten, schweren Luftmassen ungestört ansammeln und nur schwierig einen Abfluß verschaffen können.