Abb. 34. Hotzenhaus in Bergalingen.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 54].)
Die Flora.
Den vielen Freunden der scientia amabilis mag es erwünscht sein, einiges wenige über das Vorkommen seltener oder besonders interessanter Kinder Floras zusammengestellt zu finden. Man unterscheidet im Schwarzwalde bis zu 850 m, an welcher Höhenlinie von unten her der Kirschbaum und von oben her das Bergwohlverleih (Arnica) ihre Grenzen finden, eine untere Bergregion, bis zu 1300 m, wenig unter der Baumgrenze, eine obere und darüber die Voralpen- oder die subalpine Region, welche nur noch den Feldbergstock und die Belchenkuppe umfaßt.
Florengebiete.
Während Nadelholzwälder auf trockenem Sandboden meistens fast frei von Unterholz und Krautpflanzen sind, findet sich am Boden feuchter Wälder eine um so üppigere Vegetation. Adenostyles albifrons (Alpendost) und Mulgedium alpinum (Alpenmilchlattich) finden sich hier häufig mit dem blauen und gelben Eisenhut (Aconitum), mit dem Wald- und Alpenfrauenfarn (Athyrium filix femina und alpestre), den Schildfarnarten Aspidium spinulosum, lobatum und Braunii, alle häufig zu wahren Riesenexemplaren entwickelt. Dazwischen bildet der große, mit den Bächen in die Täler hinabsteigende Ranunculus aconitifolius (eisenhutblätteriger Hahnenfuß) eine willkommene Abwechslung.
Zwischen Felsblöcken beherbergen feuchte, moosige Waldstellen an schönen Orchideen gelegentlich Listera cordata (herzblätteriges Zweiblatt) und Coralliorrhiza innata (eingewachsene Korallenwurz). Ähnliche Standorte liebt Trientalis europæa (Siebenstrahl); in Gesellschaft von Maianthemum bifolium (Schattenblümchen) finden sich mehrere Pirola-Arten (Wintergrün), darunter Pirola uniflora. Dem Feldberg ist eigen Streptopus amplexifolius (stengelumfassender Knotenfuß), während Empetrum nigrum (Almenrausch) im südlichen Schwarzwald nur am Belchen vorkommt, im nördlichen dagegen häufiger ist.
Abb. 35. Kindertracht des Hotzenwaldes.
Nach einer Photographie von M. Ferrars
in Freiburg. (Zu [Seite 54].)
Auf Bergwiesen und Weiden herrscht in der Blütenzeit strahlende Farbenpracht. Da duftet im Juni und Juli die leuchtend gelbe Arnica montana (Bergwohlverleih), wir finden die großblütige Glockenblume (Campanula Scheuchzeri), das Bärkraut (Meum athamanticum, seltener Meum mutellina), ferner das Leinblatt (Thesium montanum und alpinum).