Abb. 36. Hotzenhof in Hottingen. Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 54].)
An Orchideen gehören hierher Gymnadenia albida (Nacktdrüse) und von der Platanthera (Waldhyazinthe) die Arten montana und bifolia. Dazu kommt noch die Kugelorchis (Orchis globosa), sowie auf feuchten Bergwiesen nicht allzu selten Geum rivale (Ufernelkenwurz) und Trollius europæus (Trollblume).
Florenregionen.
Wir sind hiermit in die obere Bergregion eingetreten, in welcher Höhenstufe die Schwarzwälder Hochmoore liegen, im Süden seltener, im Norden und Nordosten auf den fast ebenen Buntsandsteinbänken ausgedehnter. Die Legföhre oder Latsche (Pinus pumilio) findet sich in der Feldberg-Umgebung nur am Schluchsee, während sie an der Hornisgrinde, auf dem Holoh usw. häufig auftritt. Allgemeiner kommt die Hackenkiefer (Pinus uncinata) vor. Als Leitgewächs der Moorlandschaften kann das Wollgras (Eriophorum vaginatum, seltener alpinum) gelten. Auf Torfmoos- (Sphagnum-) Polstern haben sich verschiedene Arten des insektenfressenden Sonnentaues angesiedelt, so Drosera rotundifolia, anglica, intermedia und Bastarde unter ihnen. Dazwischen liegen die fadenförmigen Stengel der Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), und von Bärlapparten kriecht das seltene Lycopodium inundatum am Boden hin. Sumpffettblatt (Sedum villosum), Sumpfheide (Andromeda polifolia) sind selten, während das Fettkraut (Pinguicula vulgaris) häufiger ist. Trockenere Stellen lieben die Sumpfheidelbeere (Vaccinum uliginosum) und das Heidekraut (Calluna vulgaris). Riedgräser (Carices) kommen reichlich vor, und Erwähnung verdienen hier noch Comarum palustre (Sumpffingerkraut), Phyteuma nigrum (schwarze Rapunzel), Parnassia palustris (Sumpfherzblatt), Menyanthes trifoliata (dreiblätteriger Fieberklee).
Die subalpine Schwarzwaldflora, deren seltene Vertreter zumeist an abgelegenen, schwer zugänglichen Stellen der höchsten Bergregion nur mühsam gefunden werden können, ist das Lieblingskind unserer Botaniker. Ganz vereinzelte Vorkommnisse sind meist nur wenigen Auserwählten bekannt, und ihre Standorte werden ebenso geheim gehalten wie einige künstliche Hegungen von Alpenrosen, alpinen Steinbrecharten und anderen dem Mittelgebirge an sich fremden Gästen, die von Freunden solcher Versuchspflanzungen aus den nahen Schweizerbergen gebracht worden sind.
Auf den höchsten kahlen Gebirgskämmen bildet Borstengras (Nardus) eine dünne Bodendecke, von Geröllschutt, Heidelbeerbüschen und Heidekraut unterbrochen. Gnaphalium supinum (Ruhrkraut), findet sich nur, und zwar selten auf dem Feldberg. Weiterhin mögen Saxifraga aizoon und stellaris (Steinbrech), Primula auricula (Aurikel), von Kryptogamen der Schildfarn (Aspidium montanum und lonchitis), das Zwergbärläppchen (Selaginella selaginoides), der Alpenbärlapp (Lycopodium alpinum) als besonders interessant genannt werden, ebenso das Goldfingerkraut (Potentilla aurea) und der bei den Viehhütten verbreitete Alpenampfer (Rumex alpinus). Der gelbe Enzian (Gentiana lutea), der Türkenbund (Lilium martagon), die Bergflockenblume (Centaurea montana), die dornenlose Rosa alpina, seltene Hieracium- und Crepis-Arten (Habichtskraut, Pippau) erregen unser Interesse nicht minder als der Alpenlattich (Homogyne alpina), die Gänseblümchenaster (Aster bellidiastrum) und am Rande der erst im Hochsommer schmelzenden Schneefelder das Alpenglöckchen (Soldanella alpina). Schließlich mögen noch Erwähnung finden Sweertia perennis (ausdauernder Tarant), Bartschia alpina, Campanula pusilla, Alchemilla alpina (Alpenfrauenmantel), Allium victoriale (Siegwurz), Silene rupestris (Felsenleinkraut).
Abb. 37. Laufenburg. Nach einer Photographie von G. Röbcke in Freiburg. (Zu [Seite 55].)