Abb. 59. Haus im Engetobel beim Hirschsprung. Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 81].)
Badisch-Rheinfelden.
In der Umgebung des Bahnhofes Badisch-Rheinfelden hat sich seit wenig Jahren eine Umwandlung des ganzen Landschaftsbildes vollzogen, wie sie im Rheintal mit seiner alten Besiedlung und Kultur weniger zu erwarten war als etwa im fernen Westen Amerikas. Es ist nämlich hier eine neue Stadt „Badisch-Rheinfelden“ entstanden in einer so kurzen Zeit, daß man meinen möchte, sie sei aus dem Boden herausgezaubert worden. Wohnten doch auf der Fläche der beiden anstoßenden Dorfgemeinden Nollingen und Karsau mit ihrer bisher ausschließlich Landwirtschaft treibenden Bevölkerung 1890: 1534 Einwohner, 1905 aber 3915. Dieses außerordentliche Wachstum erklärt sich dadurch, daß die Stromschnellen bei Rheinfelden in umfangreichster Weise nutzbar gemacht worden sind, um der weiteren Umgebung bis tief in die Schweiz und ins badische Markgräflerland hinein durch elektrische Übertragung Licht und Kraft zu übermitteln. Das hat nun zur Anlage großer Fabriken in unmittelbarster Nähe geführt; bedeutende elektrochemische Fabriken, Aluminiumwerke usw. sind rasch entstanden, und um sie die neue Stadt „Badisch-Rheinfelden“ mit gegen 2500 Einwohnern. Zum Zwecke ihrer einheitlichen Verwaltung ist kürzlich die Gemarkungsgrenze zwischen den zwei obengenannten Landgemeinden verlegt und eine ganz neue Organisation geschaffen worden. Ein größerer Gegensatz als der zwischen diesem neuen Rheinfelden und seiner graben- und turmumwehrten älteren Schwester drüben über dem Rhein ist kaum denkbar. Am Schweizer Ufer efeuumranktes, malerisches Altertum in ruhiger Beschaulichkeit, und auf der anderen Seite der Brücke der kräftigste Pulsschlag allermodernsten Lebens.
Wyhlen.
An Wyhlen vorbei, wo die letzten größeren Stromschnellen des Rheines ebenfalls der Technik dienstbar gemacht werden und wo ein Salzwerk betrieben wird, ist nunmehr, indem wir weiter am Fuße des steil ansteigenden Dinkelberges mit seinen großen Muschelkalkbrüchen entlang fahren, bald Basel erreicht und damit die Südwestecke des Schwarzwaldes.
Abb. 60. Auf der Wallfahrt. Giersberg bei Kirchzarten.
Nach einer Photographie von M. Ferrars in Freiburg. (Zu [Seite 81].)