Abb. 57. Der Hirschsprung im Höllental.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 81].)
Säckingen.
Wieder ein Stück flußabwärts liegt die dritte der Waldstädte, das trompeterberühmte Säckingen ([Abb. 38]), dessen Scheffelerinnerungen heute sicherlich mehr Anziehungskraft in alle Welt hinaus üben, als die geschichtliche Bedeutsamkeit des Ortes. Über der schmucken Stadt, die industriell lebhaft aufgeblüht ist und mehr als 4600 Einwohner zählt, breitet sich trotz ihrer großen Fabriken ein feuchtfröhlicher Hauch von poetischer Verklärung aus. Kein Deutscher, besonders keiner, der einst die Wonnen des Burschenlebens auf hohen Schulen gekostet hat, wird ohne einen Anflug von Rührung auf der alten holzverschalten Brücke stehen und nach dem Schönauer Schlößchen hinblicken, keiner das Grabdenkmal Werners und Margaretens am hohen Fridolinus-Münster sehen, vor welchem sich nun das wohlgelungene Denkmal des Dichters erhebt, der sich vor mehr als fünfzig Jahren in die Herzen von Hunderttausend hinein zu trompeten angefangen hat. Und wer von Heimat, Liebe, Jugendtraum schwärmen will, der findet dazu leicht Gelegenheit und Stimmung nicht nur im grünen Tannendunkel am unfernen Waldsee, sondern auch beim Schoppen — und ohne den dürfen wir uns Josef Viktor Scheffel und seine guten Säckinger nicht denken — in der Margaretenlaube, im Trompeter, im Schwarzen Walfisch oder im Goldenen Knopf mit seiner Rheinterrasse. Alles atmet Scheffel, und die Säckinger sind nicht umsonst dem Rechtspraktikanten, der hier 1850 bis 1852 amtierte, dichtete und trank, von Herzen dankbar. Jedenfalls sind in der weiten Welt draußen die Säckinger Badequelle und sogar der heilige Fridolin, der Apostel des Oberrheingebietes, dessen Fest am ersten Sonntag im März für das Landvolk ringsum allerdings hohe Bedeutung hat, weniger berühmt als der „Trompeter“.
Abb. 58. Terrassen am Ausgang des Höllentals. (Zu [Seite 81].)
Von Säckingen nach Rheinfelden.
Bei Brennet mit seinem forellenberühmten Gasthause mündet die Wehra in den Rhein, weiter abwärts spiegelt sich das Gebäude der einstigen Deutschordens-Kommende Beuggen in den Fluten des Stromes, dann wird Rheinfelden erreicht. Die alte, einst wohlbefestigte Waldstadt, die überaus malerisch auf dem hohen Schweizer Ufer liegt, spielte einst eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Gegend, besonders während des Dreißigjährigen Krieges, der ihr 1638 eine Belagerung durch Bernhard von Weimar brachte. Das Rheinfelder Solbad erfreut sich berechtigten Ansehens und lebhaften Besuches.