Abb. 74. Der Feldsee. Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 97].)

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GRÖSSERES BILD]

VIII. Von der Donau zur Dreisam.

Donaueschingen.

U

m auch die vierte Seite der Umrandung des südlichen Schwarzwaldes kennen zu lernen, begleiten wir von dem früher erwähnten Eisenbahn-Knotenpunkt Immendingen ab die windungsreiche Donau talaufwärts, treten bald aus dem Gebiete des Juradurchbruches in die Niederung des botanisch hochinteressanten Donauriedes und gelangen in kurzer Frist nach Donaueschingen (677 m). Das ist eine in vielen Beziehungen höchst interessante, kleine Residenzstadt mit fast 4100 Einwohnern. Der Hofhalt der besonders in Böhmen begüterten Fürsten von Fürstenberg, die bis 1806 souverän waren und jetzt noch zwischen Bodensee, Feldberg und Kinziggebiet große Besitzungen haben, gibt dem Orte ein besonderes Ansehen ([Abb. 46]). Von dem furchtbaren Brand, der im August 1908 einen großen Teil der Stadt einäscherte, ist keine Spur mehr zu sehen. Schmucke Neubauten ersetzen aufs vorteilhafteste die ehemals viel unansehnlicheren Stadtteile. Der weit ausgedehnte Schloßpark mit seinen herrlichen Baumgruppen wird jeden Besucher entzücken, und keiner unterläßt es, an der hübsch gefaßten Donauquelle ([Abb. 47]) seine Betrachtungen über den weiten Weg anzustellen, den das Wasser von hier bis zum Schwarzen Meere zurückzulegen hat. Die frühere Sitte, wonach jeder Gast des Fürstenhauses einen Sprung in das Becken tun und im Wasser stehend den Becher leeren und einen Sinnspruch sagen mußte, hat uns Scheffel, der nach seiner Säckinger Zeit als Archivbeamter hier lebte, in seinem Juniperus köstlich geschildert. Mit dieser Donauquelle ist es aber eine eigene Sache. Sie gibt ihr Wasser in die Brigach (farbiges Einschaltbild [Nr. 48]) ab, die nahe beim Städtchen nach 40 km langem Lauf sich mit der Brege vereinigt, welche auch schon eine Lauflänge von 45 km hinter sich hat. So bleibt doch wohl der Schwarzwälder Spruch berechtigt:

Brig und Breg

Bringen die Donau z’weg.