Abb. 88. Partie im Schlüchttal.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 102].)
Abb. 89. Der Schlüchtsee. Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 101].)
Auf dem Freiburger Schloßberg hat man einen römischen Mosaikboden gefunden, die älteste bekannt gewordene Besiedlung des Platzes geht hiernach recht weit zurück. Die jetzige Stadt aber ist wesentlich jüngeren Ursprungs, indem sie ihre Gründung erst den Herzogen von Zähringen verdankt, von denen Berthold II. 1091 nicht weit südlich von der Zähringer Stammburg ein Jagdschloß, und sein Bruder Konrad, dem ein hoher geographischer Scharfblick nicht abgesprochen werden darf, 1120 eine Markstätte errichtete. Diese erhielt Stadtrechte nach Kölner Muster, entwickelte sich zum blühenden Gemeinwesen und ist durch all die folgenden Jahrhunderte der Hauptmarkt geblieben für das große Gebiet vom Bodensee über den Schwarzwald bis zur Ortenau, ganz wie das seiner Lage entspricht.
Wasserversorgung, Kanalisation.
Zur glücklichen Entwicklung der Stadt tragen aber auch, besonders in neuerer Zeit, die Verhältnisse der nächsten Umgebung wesentlich bei, und zwar zunächst der Umstand, daß die Stadt auf dem Schuttkegel liegt, welchen die Dreisam bei ihrem Austritt aus dem Tal in die Ebene abgelagert hat. Das natürliche Gefälle des Stadtbodens von Ost nach West ist ein für den Wasserabfluß und damit für die Reinigung der Stadt überaus günstiges. Oberhalb der Stadt liegt der Boden des Dreisamtales 300 m hoch, der Münsterplatz hat 278 m, der Bahnhof 268 m, und etwa 2 km weiter westlich haben wir nur noch 258 m. Dazu kommt der außerordentliche Reichtum an Wasser; die städtische Leitung verfügt über den fast unerschöpflichen Reichtum des Grundwassers im oberen Dreisamtal, das durch die mächtigen Kies- und Sandlager, die es durchströmt, in so weitgehender Weise filtriert wird, daß es fast als chemisch rein bezeichnet werden kann. Über 250 Liter des wertvollen Wassers stehen jetzt bei über 83000 Einwohnern täglich für den Kopf der Bevölkerung zur Verfügung. Die ganze Stadt ist kanalisiert, alle Abwasser werden mit größter Geschwindigkeit den städtischen Rieselfeldern im Mooswald der Rheinebene zugeführt und erfahren auf dem Wege dahin und bei ihrem weiteren Ablauf wieder eine fast vollständige Reinigung, wie eingehende chemische und bakteriologische Untersuchungen längst und immer wieder nachgewiesen haben.
Abb. 90. Am Schwedenfelsen im Schlüchttal.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 102].)