Durch ernste Hochmoor- und Legföhrenlandschaft zieht die Straße längs der badisch-württembergischen Grenze auf dem Kamm hin, erreicht bei der Zuflucht am Roßbühl das in einer Bastion der Schwabenschanze stehende neue Aussichtsgerüste, fast 200 m über dem zur Murg abfließenden Kartrichter des Buhlbachsees, während die etwas weiter östlich liegenden Kessel des Sankenbach- und Elbachsees trocken gelegt worden sind.

Abb. 151. Bauernhof im Kinzigtal.
Nach einer Photographie von Ph. Bussemer in Baden. (Zu [Seite 140].)

Allerheiligen.

Unsere Höhenwanderung setzen wir vom Kniebis durch schönen Wald nach Norden fort, bis wir unmittelbar über der Murgquelle und nahe dem Schliffkopf (1056 m), auf dem ein von Pionieren errichtetes Aussichtsgerüste steht, ins Freie treten, um, nachdem wir über das weite Waldmeer Umschau gehalten, nach Allerheiligen (620 m) abzusteigen.

Diese wertvolle Perle unter den Schwarzwaldlandschaften können wir, wie schon früher angedeutet worden ist, bequem auch von Ottenhöfen, von Oberkirch, Sulzbach oder von Oppenau durchs Lierbachtal erreichen. Letzterer Weg führt uns an den Fuß des prachtvollen Wasserfalles der Sieben Bütten, an dem wir mit wechselvollen Blicken in die grause Schlucht mit ihrem tosenden Wasserschwall ansteigen, um plötzlich auf waldumrahmtem Wiesenplan die grauen Trümmer der gotischen Abteikirche des einstigen Prämonstratenserstiftes Allerheiligen vor uns zu sehen. Das Bild der malerischen Ruine im stillen Bergesfrieden ist eines der stimmungsvollsten, die der Schwarzwald aufweist ([Abb. 157]). Kein Wunder, daß der Besuch des jetzigen Kurplatzes ein sehr starker ist, nachdem der Ort, als das Kloster 1803 aufgehoben und bald danach abgebrannt war, mit seiner Umgebung durch vierzig Jahre eine tatsächlich unzugängliche Wildnis gebildet hatte.

Abb. 152. Wolfach. (Zu [Seite 140].)

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GRÖSSERES BILD]