Die vornehmen Römer der Kaiserzeit ließen bei ihren Gastmählern die von ihnen bevorzugten alten Jahrgänge des Falerners und Cäcubers durch Rosenfilter gießen, um ihm den von ihnen so geschätzten Duft nach jenen Blüten zu geben, wie im Orient mit Rosen parfümierter Sirup und andere Süßigkeit von alters her beliebt waren. Und wenn die vornehmen Römer und Griechen bei ihren Gelagen begannen berauscht zu werden, so entblätterten sie den ihr Haupt schmückenden Rosenkranz, um die wohlriechenden Rosenblätter in den Wein zu schütten. Mit den aus Indien bezogenen Gewürzen bereiteten sie den vinum pigmentatum oder claratum. Diese letztere Bezeichnung führte er von der Klärung her, die man ihm zum Schlusse angedeihen ließ, um ihm ein recht appetitliches Aussehen zu geben.
Tafel 77.
Hydraulische Kelter zum Pressen des Weines.
Moderne Weinfässer aus Zement mit Glaswänden.
(Weingut Dürkheim der Weinhandlung Heinrich Eckel & Cie. in München.)
Tafel 78.
Faune im Geleite des Weingottes Bacchus.
(Nach einem Gemälde von P. P. Rubens in der alten Pinakothek in München.)