Tafel 9.

Luxusgespann von Guzerat-Zebuochsen eines indischen Fürsten mit reicher Ausstattung.
(Nach einer Photographie von Karl Hagenbeck.)


GRÖSSERES BILD

Tafel 10.

Hissar-Zebubulle, von Karl Hagenbecks Tierpark importiert.

Stier. Griechische Marmorfigur im britischen Museum zu London.

Neben Langhornrindern wurde schon im alten Reiche (2980 bis 2475 v. Chr) eine hornlose Rasse gehalten. Daß diese nicht gerade selten war, geht nach Erman aus der Angabe hervor, daß auf dem Gute des Chefre noch neben 835 Langhornrindern 220 hornlose Rinder vorhanden waren. Gleicherweise sind uns Darstellungen von Höckerrindern, wie sie uns in typischer Gestalt im indischen Zebu entgegentreten, schon in Abbildungen des alten Reiches erhalten geblieben. Diese Zeburasse, die sich am deutlichsten in Südasien ausprägte, hat einen Fettbuckel entwickelt und eine lang herabhängende dünne Wamme am Hals. Das meist kurze, höchstens mittellange Gehörn verläuft in der Flucht der Stirn nach hinten. Das Ohr hängt meist stark herab. Die Farbe ist weiß, grau, gelb, rotbraun oder gescheckt. Neben gewaltigen Schlägen kommen auch zwergartige vor. Diesem indischen Zebu steht das ostafrikanische Buckelrind am nächsten, das am reinsten im Sangarind Abessiniens vertreten ist. Es hat sich heute vom abessinischen Hochland aus bis zum oberen Nil und zum Tschadsee ausgebreitet. Das Gehörn ist bei ihm größer als beim nahe verwandten indischen Zebu, im allgemeinen leierförmig und nicht mehr so stark nach hinten ausgelegt, sondern aufgerichtet. Der schlanke, hochgestellte Körper weist dieselben Farben wie das indische Zebu auf. Es spielt als Zug- und Fleischtier eine große Rolle, doch ist sein Milchertrag ein geringer. Aus ihm ist offenbar als besondere Zuchtrasse das Langhornrind hervorgegangen, das schon im alten Ägypten eine wichtige Rolle spielte, aber, weil wirtschaftlich nicht hervorragend, im Laufe der Zeit stark zurückging, in Ägypten ganz ausstarb und heute nach dem Innern Afrikas zurückgedrängt wurde. Es findet sich heute im Seengebiet bei den ackerbauenden Kolonien abessinischer Abstammung als Watussirind; doch gibt es Bestände von ihm auch in Südabessinien. Es ist mittelgroß, einfarbig kastanienbraun oder dunkelbraunfleckig und hat ein über meterlang werdendes Gehörn von der Gestalt desjenigen des Sanga. Im neuen Reich Ägyptens (1580–1205 v. Chr.) tritt dieses Langhornrind zurück und dafür tritt ein kurzhörniges, meist buckelloses Rind offenkundig südasiatischer Bantengabstammung in den Vordergrund. Auf einem in Wasserfarben ausgeführten Wandgemälde in Theben aus der Zeit der 18. Dynastie (1580–1350 v. Chr.) bemerkt man einzelne gefleckte Exemplare mit Kennzeichen, die nur dem Zebu eigentümlich sind.