Auguste. Den kenn ich ja gar nicht.

Caroline. O besinne Dich nur, ein dicker Jüngling mit einem Schnurrbart und einer großen Brille.

Auguste. Ach ja, ich entsinne mich jetzt. Er thut etwas weise, und rümpft über alles die Nase.

Caroline. Derselbe; doch läßt sich mit der Nase eben nicht viel rümpfen, da sie etwas breit gerathen ist. Das ist ein Mann, wie wir ihn brauchen. Er und Quark sind vertraute Freunde; sie könnten in der musikalischen Zeitung etwa eine Reihe von Critiken und Gegenkritiken drucken lassen, in welcher einer zwar dem andern im Ganzen immer Recht giebt, jedoch stets etwas hinzufügt, was der andere zu tadeln vergessen hat.

Auguste. Herrlich! Und solch ein Streit macht Aufsehen. Könnte man nun noch außerdem die Person dieser Henriette, und einige unserer ungetreuen Anbeter lächerlich machen, so nähme das Publikum den lebhaftesten Antheil. Denn nichts hört man so gern mit an, als wenn über andere gespöttelt wird, oder zwei sich heftig zanken.

Caroline. Du bringst mich auf den rechten Gedanken. Rennstein muß eine kritische Fehde mit irgend einem Lobhudler anfangen.

Auguste. Wahrhaftig, ich weiß auch schon ein Blatt dazu, es kommt jetzt eine neue Zeitschrift von Saffian heraus.

Caroline. Wie? eine Zeitschrift von Saffian? Wie ist das zu verstehen?

Auguste. Je nun, der Redacteur heißt Saffian, ein äußerst witziger, scharfsinniger Kopf. Das Blatt heißt, die Höllenpost. Diese Post soll der übermüthigen Henriette schlechte Neuigkeiten bringen!

Caroline. Mädchen, Du entzückst mich. O sie soll auch empfinden, was es heißt, gekränkt werden. Doch liebe Auguste, trotz aller dieser Anstalten geschieht noch nicht genug. Erstlich müssen noch mehrere Schriftsteller von Gewicht für uns arbeiten, und zweitens muß man der Uebermüthigen noch ernsthafte Händel erregen.