Und auf eine Lüge hatte er sich nie besinnen müssen, solange er reden konnte. Er stellte sich hin und sagte mit einem recht überzeugenden Pflichteifer:

»Herr Förster, einen recht einen schönen Gruß soll ich ausrichten vom Herrn Oberförster. Und ob der Herr Förster net mit'n Herrn Oberförster morgen z'sammkomma will am Oachlköpfi hint', weil der Herr Oberförster einen Bock schießen möcht, hat er g'sagt.«

»Dös is aba fad!« meinte der Förster, »grad morg'n is ma z'wida. Wo hat denn Di der Teufi mit'n Oberförster z'sammbracht?«

Er durfte die Frage riskieren, denn er kannte seinen Sprengelsperger und wußte, daß den kein Beichtvater in Verlegenheit bringen konnte.

»Beim Buachwiaser Eck hab' i 'n troffa. Er is vo Grainau kemma. ‚Dös is g'scheit,‘ hat er g'sagt, wia 'r a mi g'sehg'n hat, ‚daß ich Ihnen treff, Sprengelsperger,‘ sagt er, ‚jetzt können glei Sie die Botschaft übernehmen. Sunst hätt ich ein von meine Leut nach Griesen schicken müssen,‘ hat er g'sagt.«

»So, so!« brummte der Förster, »wenn's eahm an andersmal ei'g'fallen waar, hätt' i 's liaba g'habt.«

»Hast für'n Sprengelsperger net aa 'r an Teller voll?« fragte er seine Frau.

»I glaub, es is no was da,« antwortete sie und ging zögernd hinaus.

So ganz traute sie der Geschichte nicht, aber zu machen war da nichts. Das sah sie wohl ein.