Er weiß, wie Sie sind, und prüft genau, ob Ihre Konversation musterecht ist.

Beobachten Sie den Mann, während Sie Indifferentes sagen. Seine Gesichtszüge verraten eine innere Qual, die sich bis zur Hoffnungslosigkeit steigert, wenn Sie Ihr Charakteristisches lange zurückhalten.

Es kommt nicht ... es kommt nicht ... da! Es ist Ihnen, ohne daß Sie es wissen, ein Aperçu entfahren, noch dazu eines aus Ihrem innersten Wesen heraus. In den Augen des Zusammenkünftlers flammt das Feuer des Verständnisses auf, er schleckt seinen Bleistift ab und schreibt darauf los.

Sie sind festgenagelt, mein Lieber; man hat Sie.

Sagte ich schon, daß Wien die Stadt dieser »Zusammenkünfte« ist? Wenn nicht, dann möchte ich es hiermit nachgeholt haben.

In Deutschland werden fast nur Staatsmänner ausgebohrt, und jedenfalls geht man mit dem Experiment nicht unter Richard Strauß hinunter.

Diesem begabten Musiker sind allerdings schon so viele Würmer aus der Nase geholt worden, daß es verwunderlich erscheint, wenn noch einer drin sein sollte.

Aber reden wir von Wien! Das ist die Stadt, wo immer jemand mit einem zusammenkommt. Man braucht keinen Rosenkavalier vertont zu haben, es genügt, daß man vom zweiten Stockwerk herunterfällt, oder ein aussterbender Fiaker ist, um über seine Weltanschauung oder gehabte und noch habende Schmerzen eine druckreife Meinung äußern zu dürfen.

Wenn im Deutschen Reiche ein Mann aus dem Volke von einem Automobil überfahren wird, so erscheint bei dem Verunglückten zuerst der Arzt, in Wien aber der Zusammenkünftler.