»Wöiches woarn Ihre Gedanken, als Sie bemerkten, daß das Rad über Sie hinwegginge?«

»Woarn Sie im erst'n Schmärz bewußtlos?«

»Wöiches woarn Ihre Gefiehle im Hinblick auf Ihre Gattin und die zahlreichen Kinder?«

Ein geschulter Wiener wird diese Fragen immer so beantworten, daß aus seinem Schmerzenslager ein Duft von Treuherzigkeit in die Zeitung weht, und wenn das Malheur in der inneren Stadt passiert ist, wird er nicht verfehlen, den Stephansturm in rührende Beziehung zu seinem überfahrenen Zustande zu bringen.

Aber der Fremde steht einem Zusammenkünftler denn doch etwas hilflos gegenüber.

Ich denke dabei nicht gerade an einen sich ereignet habenden Unglücksfall, es ist schon bitter genug, wenn jemand zu einer Vorlesung oder zur Aufführung seines Theaterstückes in die Donaustadt reist. Hier gilt also das, was ich von der Hausmarke sagte. Die Redaktion sagt ihrem galizischen Kundschafter, daß der Mann sarkastisch sei, regierungsbissig, respektlos.

Also muß etwas auf diese Eigenschaften Bezug Habendes in den Bericht.

Der fremde Schriftsteller steht auf, zieht zunächst einmal die Unterhosen an, denkt an gar nichts und gähnt.