Heute, unter so veränderten Umständen, können den Leser die damaligen Verhältnisse interessieren, und so will ich bemerken, daß der Oberförster in der Vorder-Riß zu Anfang ein Jahresgehalt von 800 Gulden bezog, das nach und nach auf 1100 Gulden stieg.

Dazu kamen als Nebenbezüge: freie Wohnung, Dienstgründe, ein „Holzdeputat von 15 Klaftern [pg 38]Hartholz“, „Funktionsaversen und Bauexigenzaversen“ von 200 Gulden und eine „Hochgebirgs-Leib-Reserve-Gehegsjagdetatremuneration“ von 30 Gulden.

Man sieht, es war damals alles wohl geordnet und mit dem rechten Namen versehen.

Einen sehr erheblichen Dienst leistete mein Vater dem bayrischen Staate dadurch, daß er ihn im Jahre 1871 veranlaßte, vom Bankier La Roche in Basel das Jägerbauerngut in Fall um den Preis von 50 000 Gulden zu erwerben.

Der Staat ließ sich zögernd auf das Geschäft ein, ist aber heute wohl zufrieden damit, denn die Waldungen repräsentieren einen Millionenwert.

In der Vorder-Riß gab es damals vier Hauptgebäulichkeiten. Drei auf der Anhöhe über der Isar: das von Max II. erbaute „Königshaus“, das Forsthaus und neben diesem eine Kapelle.

Dazu kamen Nebengebäude für Jagdgehilfen und Stallungen.

Im Tale, nahe dem Einflusse des Rißbaches in die Isar, lag eine Schneidsäge.

Das dazu gehörende uralte, mit Freskomalereien gezierte Bauernhaus fehlt in keiner Sammlung von Abbildungen altbayrischer Häuser.

Etliche Büchsenschüsse entfernt lag isaraufwärts ein Bauernhof, der „Ochsensitzer“, und sein Eigentümer, der Danner Toni, schätzte meinen Vater und war ihm auf seine Art zugetan, aber das hielt ihn nie ab, einem Wilderer Unterschlupf zu geben, und wenn [pg 39]er von unseren Jägern etwas erfahren hätte, wäre die Botschaft heimlich weitergegeben worden.