Die Abendsonne schickte ihre Strahlen in den Salon und beleuchtete die Gruppe der beiden, welche sich umschlungen hielten. — — Lange, lange. — —

Komtesse Mucki saß auf dem Kirschbaume.

Ihr reizendes Oval blickte durch die Zweige über die Gartenmauer auf die staubige Landstraße, welche von Rebendorf nach Riedenburg führt.

Von dorther sollten die Husaren kommen.

Komtesse Mucki war in jenem Alter, wo die Jungfrau sich entwickelt wie der Schmetterling aus der Raupe. Ihr Gesichtchen verriet noch die reizende Naivität der Kindheit, und doch blickten die Augen schon so abgrundtief, so eigen, als sähen sie das süße Geheimnis, als träumten sie von Liebesglück und Liebesleid. Die schwellenden Formen zeigten, daß sie Weib geworden war, und doch schien sie wiederum ein Mädchen, wenn man den üppigen Zopf sah, welcher bis zur Hüfte niederfloß.

Mucki pflückte eine Kirsche nach der andern und aß sie mitsamt den Steinen. Dabei schaukelte sie sich neckisch auf dem Aste und baumelte mit den Füßchen.

Heute sollen die Husaren kommen. Die Husaren!

Was das nur ist, so ein Husar?