Und wie sie aussehen werden?
Papa hatte ihr einmal zu Weihnachten einen Nußknacker geschenkt, der eine rote Uniform anhatte; die Augen waren ganz klein, der Mund schrecklich weit, und unter der Nase war ein großer, großer schwarzer Schnurrbart.
Ob alle Husaren so aussehen? Prrr!!
Mucki schüttelte ihren reizenden Körper und wäre beinahe vom Aste herunter gefallen. Dann pflückte sie wieder Kirschen und aß sie mitsamt den Steinen.
In diesem Augenblicke zeigte sich auf der Straße eine mächtige Staubwolke, welche näher und näher kam. Nun sah man blitzende Waffen, hörte das Trappeln der Pferde, dröhnende Kommandorufe, und da fiel auch schon die Musik ein mit einem schmetternden Marsche. In geraden Reihen, Roß und Reiter wie aus einem Gusse, so zogen die stolzen Scharen an der Gartenmauer vorüber, und mehr als ein gebräuntes Männerantlitz blickte zum Kirschbaume empor, wo aus den grünen Zweigen zwei Mädchenaugen auf sie herunterblickten wie glänzende Sterne am Nachthimmel. In der letzten Reihe ritt ein junger Leutnant. Die edelgeformten Züge, der starke schwarze Schnurrbart, die blitzenden Augen, das alles gab ein Bild männlicher Schönheit. Als er am Kirschbaum vorbeikam, stieg sein Streitroß in die Höhe, gehorchte aber zitternd dem Drucke der ehernen Schenkel.
Mucki stieß einen Schrei aus, der Leutnant blickte nach oben, und da tauchten ihre Augen ineinander, lange und tief, fragend und bejahend. Eine Saite klang in ihrem Innern, und die Schwingungen bebten fort in den Herzen der beiden.
Mucki ließ sich vom Baume herunter. Ihre Brust hob und senkte sich stürmisch, traumverloren irrten ihre Blicke umher, und von ihren Lippen kamen leise, leise die Worte:
„Also das ist ein Husar?? — — —!“