Endlich kam sie, und auf dem Deckel stand: Fahnenfabrik in Bonn a. Rh.
„Hurraxdax! Pack’s bei der Hax! Ham ma’s scho,“ schrie der Hofbauer. „Woaßt was, Baderwaschel, dö Fahn tean ma glei außa und fahrn damit ins Höft, daß mir das gleich segn.“
„Na! Hofbauer,“ erwiderte spinngiftig der Lippel, „dös gibt’s net. So lang i der Vorstand bi, laß i einen solchenen Frevel net zua. Wenn dö Fahn zum erschtenmal öffentli enthüllt werd, muaß da Präsentiermarsch her und a Fahnajunker mit aner Schärpen und weiße Handschuah. Dös kimmt net vor, daß an unser Ehrenbanner a jedr sei Pratzen hinwischt. Uebrigens gib ich Dir no lang koan Baderwaschel ab, daß D’as woaßt.“
„Gehö, nur net gar a so gach! I hab Di net beleidingen wollen, Lippel. Aber mit der Fahnen, da kunnst recht hamm. Laß ma’s in da Kisten drin; deswegen könna ma do aufrebelln. I hol an Schneider Toni, der muaß mitfahrn und sei Zuichharmonika spüll’n.“
So geschah es.
Auf dem Bocke saß der Toni und spielte ohne Aussetzen den Tölzer Schützenmarsch, und neben ihm pfiff und schnalzte der Hofbauer.
Als sie beim Oberwirt ankamen, versammelte sich baldigst der Rauchklub, und es wurde im Vereinszimmer die Kiste geöffnet.
Ein allgemeines Ah! ertönte, als die himmelblaue Fahne sichtbar wurde.
Sie war sehr schön, und — wie am darauffolgenden Samstag das Distriktsblatt meldete: „von blendendem Glanze, geschmackvoller Symbolik und kunstreichster Ausführung“.
In dem blauen Felde kreuzten sich in Gold gestickt zwei Pfeifen, über denselben schwebte ein purpurroter Tabaksbeutel.