Aber schon hört man unfreundliche Laute von einem andern Tisch her.
„Wos bin i? Wos host g’sagt? A schlechta Mensch bin i?“
„Bst! Staat! D’Musik spielt.“
Noch hat sie Macht über die Gemüter und verkehrt den aufflammenden Zorn in Heiterkeit. Die männlichen Zuhörer begleiten mit Fingerschnackeln und Pfeifen den lustigen Marsch. Besonders der Loibl von Huglfing ist völlig ein Virtuos in der Kunst, denn er bringt auch die tiefen Töne fertig, indem er das Maul zuspitzt wie einen Schweinsrüssel und mit der Hand drauf schlagt.
Wer das Landleben nicht kennt, hätte jetzt meinen können, der Friede sei endgültig hergestellt, denn die Lustigkeit dauerte jetzt an und kam schon in das zweite Stadium, das Singen nämlich. In Gruppen zu drei und vier tut sich an jedem Tisch eine Sängergesellschaft zusammen. Einer schaut dem andern unverwandt auf den Mund, bis ein hoher Ton heraus muß; dann drückt jeder die Augen zu und schreit, so laut als er kann. Von links und rechts, aus jedem Eck heraus johlt die Sängerschar, unaufhörlich und mit einem Eifer, als tät jeder ein Spielhonorar dafür kriegen. Der alte Pfundmaier von Huglfing ist ganz glückselig, weil ihn die andern an seinem Tisch vorsingen lassen, und einmal über das andermal sagt er:
„Ja, wann i no dreiß’g Jahr alt war! Do hob i g’sunga! Wie a Zeiserl! Aba es geht heint no. Paßt’s auf, jetzt singa ma das Liad vom Jägersmann:“
Es wollte ein Jägerlein jagen
Dreiviertel Stunden vor Tag,
Wohl in dem grünen Wald, jaaa! jaaa!