„Manderl!“ sagt der Bauer, „überleg Dir die Sach noch, ob ich ein Flegel bin.“
„Ich lasse Ihnen arretieren,“ schreit der Herr Bezirksamtmann, „wo ist die Polizei?“
„Heb Dir Deine Polizei auf,“ sagt der Bauer und lacht ganz merkwürdig, „vielleicht kannst sie noch gut brauchen,“ und dann ist er gegangen.
Unter der Tür hat er sich nochmal umgedreht und sagt: „Wennst an den König von Preußen schreibst, kannst ihm einen schönen Gruß ausrichten von den Stockacher Bauern.“
Die Herren waren durchaus verblüfft und haben nicht mehr gewußt, was sie denken sollen. Der Bezirksamtmann — Alois Reich hat er geheißen, und er war aus der Rheinpfalz — hat die Karten hingelegt und ist wütend auf den Marktplatz hinaus.
Aber von dem Bauer war nichts mehr zu sehen, und der Bürgermeister von Stockach, der gleich am andern Tag hereinzitiert worden ist, hat keine Auskunft geben können oder wollen.
„Sie müssen es wissen, wer der Kerl ist,“ sagt der Bezirksamtmann.
„Wenn Sie einen Kerl suchen,“ antwortet der Bürgermeister ganz kalt, „hernach müssen Sie schon bei einer andern Gemeinde anfragen. Wir Stockacher haben keinen Kerl unter uns.“
„Aha! Pfeift der Wind aus dem Loch? Ich will Ihnen was sagen. Innerhalb dreimal vierundzwanzig Stunden erfahre ich, wer mich gestern beleidigt hat. Der Mann ist leicht zu eruieren, schon an seinen Redensarten über Preußen und so weiter. Erhalte ich keinen Bescheid, dann sollen Sie mich kennen lernen.“