In Dürnbuch waren die Leute ja vernünftiger, denn man hat doch eine andere Schulbildung, und man hat seine Zeitung, aber unter den Bauernburschen ist die Rede gegangen, daß jetzt alle preußische Soldaten werden müssen.
In Stockach hat es der Pfarrer auf der Kanzel gesagt. Er hat die Arme zum Himmel gehoben, und hat gerufen, daß es wenigstens von dort oben noch weiß und blau herunterschaut, wenn es gleich auf der Welt nicht mehr altbayrisch sein soll.
„Werdet nicht lutherisch!“ hat der geistliche Rat in Sassau gepredigt. „Buben, werdet nur ja nicht lutherisch und behaltet Euren heiligen Glauben!“
Und das hat man überall gehört; in der ganzen Umgegend ist das gleiche gesagt worden, und die einen waren voll Angst, und die andern waren voll Wut. Daß es unter den Bauern nicht mehr richtig war, hat man schon ein paar Wochen vor der Kontrollversammlung gemerkt.
Wenn sie nach Dürnbuch auf die Schranne gekommen sind, haben sie in den Wirtshäusern Spektakel gemacht und drohende Reden geführt.
Und der Respekt vor der Obrigkeit war überhaupt vollständig weg.
In der Post ist ein Bauer zum Beamtentisch hingegangen, wo die Herren ihren Tarock gespielt haben, und er schaut dem Bezirksamtmann in die Karten und klopft ihm auf die Schulter.
„Du glaubst schon, Du hast alle Trümpf in der Hand,“ sagt er, „aber paß auf, ob nicht am End wir das Spiel gewinnen.“
„Sie sind ein Flegel,“ sagt der Bezirksamtmann, „überhaupt, was wollen Sie?“