Der Kindlein

Aus: Lausbubengeschichten. Verlag Albert Langen, München

Unser Religionslehrer heißt Falkenberg. Er ist klein und dick und hat eine goldene Brille auf. Wenn er was Heiliges redet, zwickt er die Augen zu und macht seinen Mund spitzig.

Er faltet immer die Hände und ist recht sanft, und sagt zu uns: „Ihr Kindlein.“

Deswegen haben wir ihn den Kindlein geheißen.

Er ist aber gar nicht so sanft. Wenn man ihn ärgert, macht er grüne Augen wie eine Katze und sperrt einen viel länger ein wie unser Klaßprofessor.

Der schimpft einen furchtbar und sagt „mistiger Lausbub“, und zu mir hat er einmal gesagt, er haut das größte Loch in die Wand mit meinem Kopf.