Wieder gingen sie eine Weile schweigend nebeneinander, und indessen Herr Pfaffinger beim Schein einer Straßenlaterne respektvoll seine große Hand betrachtete, huschten Fannys Blicke wieder beifällig über ihn hin.
Schön war er nicht —
Ein gewissermaßen viereckiger Kopf auf einem kurzen Halse; eine stumpfe Nase, dicke Lippen, die sich nicht ganz schlossen, so daß man die unregelmäßigen Zähne sah, der Teint von jener biersäuerlichen Blässe, wie sie Schenkkellnern und Bräuburschen eigen ist ... All das ließ den Pfaffinger Schorschl nicht gerade als verführerisch erscheinen, und doch besaß er Reize, die ein altbayerisches Mädchen, wenn auch noch so flüchtig, wohl bemerken konnte.
Derbe Rundungen und Breiten und Grobschlächtigkeiten, die vielverheißend waren.
„Eigentlich san S’ wegen meiner in die G’schicht nein kommen, weil ich mich beschwert hab’, daß die Tür offen war, und mich hat’s nachher schon g’reut ...“
„Da braucht Ihnen nix reu’n, Fräulein Fannerl ...“
„Aber do, wenn S’ jetzt solchene Unannehmlichkeiten hamm ...“
„Dös is mir ganz egal ...“ Schorschl sagte wirklich egal ... „Bald ich amal bei einer Dame sitz ... nacha muß ich auch für die Dame eintreten ...“ Ein zärtlicher Blick traf ihn, und seine wasserblauen Augen streiften wohlgefällig über den sehr stattlichen Busen des Mädchens und blieben daran haften.
Vielleicht war es der Wunsch, diesen straffen Formen näher zu rücken, vielleicht war es eine aufquellende Zärtlichkeit ... Schorschl streckte seinen Ellbogen hin und fragte: „Darf ich Ihnen nicht meinen Arm anbieten, Fräulein?“
Fanny hing sich ein, und beide fühlten wohlig eines die Wärme des anderen.