Es müssen hier einige Tatsachen nachgeholt werden.
Am 1. April wurde dem „Volksboten“ amtlich mitgeteilt: 1. daß der Magistrat das bisherige Abonnement von zwei Exemplaren nicht erneuere, 2. daß der „Volksbote“ künftighin keine amtlichen Inserate mehr zu gewärtigen habe.
Noch den gleichen Tag suchte Irzinger den Bürgermeister auf und bat um Aufklärung.
„Wundern Sie sich darüber?“ fragte Herr Dr. Pilzweyer mit Nachdruck. „Konnten Sie etwas anderes erwarten, nachdem Sie in jeder Nummer Ihres Blattes ...?“
„Entschuldinga, Herr Bürgermoasta ...“
„Oder, ich will sagen, wenn Sie beinahe in jeder Nummer die angesehensten Männer der Stadt, ja die Stadtverwaltung selbst, in maßloser Weise angreifen?“
„Entschuldinga, Herr Bürgermoasta ...“
„Jawohl, maßlos, Herr Irzinger! Das Wort ist keineswegs stark gewählt ...“ Herr Dr. Pilzweyer spielte hier wieder mit dem Zwicker und lauschte auf seinen Tonfall. „Sie zweifeln unsere Intaktheit an, unsere Gerechtigkeitsliebe, Sie sprechen von einem Panama ...“
„Entschuldinga, Herr Bürgermoasta ...“
„Wortwörtlich Panama! Das ist ein schlimmer Vorwurf, Herr Irzinger! Und ich kann Ihnen nur sagen, er hat mich persönlich geschmerzt, denn ich verkenne keineswegs die Bedeutung der Presse ...“